Steuerberater Leiblein

Leiblein Steuerberatungsgesellschaft mbH, Aschaffenburg, betreut Freiberufler, Gewerbetreibende, kleine und mittelständische Unternehmen.

  • Home
    Home Hier findest Du alle Beiträge der Seite.
  • Kategorien
    Kategorien Zeigt alle Kategorien.
  • Tags
    Tags Zeigt eine Liste von Tags die im Beitrag verwendet wurden.
  • Autoren
    Autoren Suche nach Mitgliedern.
  • Team-Blogs
    Team-Blogs Suche nach Teams.
  • Login
    Login Anmeldeformular

In erster Lesung hat der Bundestag am 23.03.2017 einen Gesetzentwurf (18/11555) beraten, den die Bundesregierung zur Umsetzung der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie, zur Ausführung der EU-Geldtransferverordnung und zur Neuorganisation der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen eingebracht hat. Erstmalig beraten wurde auch ein Antrag der Fraktion Die Linke (18/8133), die fordert, anonyme Briefkastenfirmen zu verbieten und ein Transparenzregister einzuführen. Beide Vorlagen wurden anschließend zur weiteren Beratung an den federführenden Finanzausschuss überwiesen.

Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen

Ziel des Entwurfs ist es, die vierte Geldwäscherichtlinie in deutsches Recht umzusetzen. Dazu soll das bestehende Geldwäschegesetz neu gefasst und weitere Gesetze angepasst werden. Geplant ist auch, eine Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen bei der Generalzolldirektion einzurichten. Sie soll geldwäscherechtliche Meldungen entgegennehmen, analysieren und bei einem Verdacht auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung an die zuständigen öffentlichen Stellen weiterleiten.

Die Linke wiederum fordert in ihrem Antrag, die Bundesregierung solle die Initiative ergreifen, um Briefkastenfirmen sowie andere Unternehmen und Stiftungen, deren wirtschaftliche Berechtigte anonym bleiben, weltweit zu verbieten. Außerdem soll das Geldwäschegesetz geändert werden, um ein nationales Transparenzregister einzurichten. Das Register müsse der Öffentlichkeit uneingeschränkt zugänglich sein, fordert die Fraktion.

 

Quelle: Deutscher Bundestag, Mitteilung vom 23.03.2017

 

 

Weiterlesen
in Steuerberater 33 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Das Ehegattensplitting ist berechtigt, findet der Bund der Steuerzahler. Eine Abschaffung würde vielen Familien teuer zu stehen kommen, weil ihre Steuerbelastung dann steigen würde. Gerade junge Ehepaare mit Kindern, bei denen ein Partner aus Rücksicht auf die Familie beruflich etwas zurücksteckt, würden stärker belastet.

Letztlich sollte aber nicht das Steuerrecht entscheiden, wie die Familie ihre Erwerbs- und Familienarbeit aufteilt. Deshalb sagen wir ganz klar: Finger weg vom Ehegattensplitting!

Hintergrund für die neuerliche Diskussion um das Ehegattensplitting ist ein von Bundeswirtschaftsministerien Brigitte Zypries vorgelegter 10-Punkte-Plan für Wachstum.

Dieser enthält auch den Vorschlag, das Ehegattensplitting durch ein Realsplitting zu ersetzen. Beim Realsplitting würden nur Unterhaltsleistungen berücksichtigt.

Dies ist heute etwa bei geschiedenen Paaren der Fall. Gegenwind erhält der Zypries-Vorschlag aus dem Bundesfinanzministerium. Die dortigen Steuer-Profis halten per Twitter dagegen: Es soll keine Steuererhöhungen für Familien geben.

 

Quelle: Bund der Steuerzahler, Mitteilung vom 17.03.2017

Weiterlesen
in Aktuelles 56 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Die Bundessteuerberaterkammer lehnt die aktuell diskutierten Anzeigepflichten für Steuergestaltungsmodelle ab, denn sie gehen mit einem erheblichen Bürokratieaufwand einher und behindern das grundsätzliche Recht auf Steuergestaltung.

Im Zuge der internationalen Aktivitäten im Kampf gegen Steuervermeidung erfreuen sich Pläne zur Einführung von Anzeigepflichten in Deutschland aktuell großer Beliebtheit. Nachdem sich die Länderfinanzminister auf ihre gesetzliche Verankerung geeinigt hatten, soll bis Ende März 2017 ein entsprechender Vorschlag ausgearbeitet werden. Ziel ist es, legale, jedoch unerwünschte Gestaltungen möglichst frühzeitig zu erkennen, um diesen effektiv entgegenwirken zu können. Damit soll der gleichmäßige Steuervollzug sichergestellt werden.

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) sieht dieses Vorhaben kritisch. BStBK-Präsident Dr. Raoul Riedlinger: „Der Staat darf Steuerpflichtige und ihre Berater nicht generell dazu zwingen, geplante - und legale - Steuergestaltungen anzuzeigen. Steuergestaltung ist grundsätzlich legal und legitim.“ Die BStBK lehnt eine Anzeigepflicht ab, die als Nebenziel die Abschreckung von Steuergestaltungen bezweckt. Dafür besteht laut BStBK keine verfassungsrechtliche Rechtfertigung. Denn auch das Bundesverfassungsgericht stelle es jedem Steuerpflichtigen frei, seine Angelegenheiten so einzurichten, dass er möglichst wenig Steuern zahlen muss.

Riedlinger warnt: „Die geplante Anzeigepflicht ist unverhältnismäßig. Denn hiernach müssten eine Menge von alltäglichen Sachverhalten bei der Finanzverwaltung angezeigt werden. Ein nicht zumutbarer Bürokratieaufwand für Steuerpflichtige und Verwaltung wären die Folge.“ Gibt es jenseits des gesetzlich festgelegten Rahmens Spielräume, in denen Steuerpflichtige ihre Gestaltungsfreiheit übermäßig ausnutzen, so sei es laut Riedlinger Aufgabe des Gesetzgebers, diese Lücken zu schließen. Steuerpflichtigen und ihren Beratern könne das nicht aufgebürdet werden. Den Steuerpflichtigen werde bereits u.a. infolge der Automatisierung des Steuerverfahrens immer mehr abverlangt. Zusätzliche Rechtssicherheit erhielten sie dafür aber nicht. Stattessen gingen Unklarheiten weiter zu Lasten des Steuerpflichtigen.

An den Gesetzgeber adressiert Riedlinger schließlich drei zentrale Forderungen: „Erstens: Steuerpflichtige und ihre Berater dürfen nicht generell unter Missbrauchsverdacht gestellt werden. Ein eventueller Gesetzentwurf muss behutsam formuliert werden. Sonst wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Zweitens: Steuerpflichtige müssen einen Rechtsanspruch auf verbindliche Auskunft innerhalb einer festen Frist erhalten. Drittens: Legale Steuergestaltungen dürfen nicht rückwirkend sanktioniert werden.“ Generell kann die BStBK diesem bürokratischen Vorhaben nichts abgewinnen. Deutlich mehr Potenzial sieht sie im effektiven und abgestimmten Einsatz bestehender Instrumente, um unerwünschte Gestaltungen zu erkennen. Unter anderem ließe sich dies durch Einführung einer zeitnahen Betriebsprüfung erzielen - eine seit mehreren Jahren vorgetragene BStBK-Forderung.

 

Quelle: Bundessteuerberaterkammer, Mitteilung vom 08.03.2017

Weiterlesen
in Steuerberater 100 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Arbeitshilfe und Anleitung mit Stand vom Februar 2017

Zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage für Absetzungen für Abnutzung von Gebäuden (§ 7 Absatz 4 bis 5a Einkommensteuergesetz) ist es in der Praxis häufig erforderlich, einen Gesamtkaufpreis für ein bebautes Grundstück auf das Gebäude, das der Abnutzung unterliegt, sowie den nicht abnutzbaren Grund und Boden aufzuteilen. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung ist ein Gesamtkaufpreis für ein bebautes Grundstück nicht nach der sog. Restwertmethode, sondern nach dem Verhältnis der Verkehrswerte oder Teilwerte auf den Grund und Boden einerseits sowie das Gebäude andererseits aufzuteilen (vgl. BFH-Urteil vom 10. Oktober 2000 IX R 86/97, BStBl II 2001, 183). Die obersten Finanzbehörden von Bund und Ländern stellen eine Arbeitshilfe als xls-Datei zur Verfügung, die es unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung ermöglicht, in einem typisierten Verfahren entweder eine Kaufpreisaufteilung selbst vorzunehmen oder die Plausibilität einer vorliegenden Kaufpreisaufteilung zu prüfen. Zusätzlich steht eine Anleitung für die Berechnung zur Aufteilung eines Grundstückskaufpreises zur Verfügung.

 

Quelle: Bundesministerium für Finanzen

Mehr dazu auf: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Steuerarten/Einkommenssteuer/2017-03-01-Berechnung-Aufteilung-Grundstueckskaufpreis-Anleitung.pdf?__blob=publicationFile&v=2 

Weiterlesen
in Steuerberater 93 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

An den drei nordrhein-westfälischen Finanzgerichten wird seit dem 01. März 2017 die führende elektronische Gerichtsakte pilotiert. Dies bedeutet, dass in jeweils zwei Pilotsenaten für alle ab dem 1. März 2017 neu eingehenden Verfahren keine Papier-Akte mehr geführt wird, sondern ausschließlich eine elektronische Akte. Die Finanzgerichte in Düsseldorf, Köln und Münster gehören damit zu den ersten Gerichten, die mit einer führenden elektronischen Akte arbeiten.

Die Finanzgerichte hatten bereits 2004 den elektronischen Rechtsverkehr eröffnet, der es den Verfahrensbeteiligten ermöglicht, mit dem Gericht elektronisch zu kommunizieren. Bei der Einführung der elektronischen Gerichtsakte handelt es sich um einen weiteren bedeutenden Meilenstein in der fortschreitenden Digitalisierung. Die Finanzgerichte hoffen, in absehbarer Zeit auch die Steuerakten von der Finanzverwaltung in elektronischer Form bereitgestellt zu bekommen.

Die Präsidenten der nordrhein-westfälischen Finanzgerichte, Johannes Haferkamp (Finanzgericht Münster), Benno Scharpenberg (Finanzgericht Köln) und Dr. Hans-Josef Thesling (Finanzgericht Düsseldorf), sehen ihre Häuser für die Zukunft gut aufgestellt: „Der Pilotversuch ist dank des großen Engagements aller Beteiligten erfolgreich gestartet. Wir werden nunmehr Erfahrungen sammeln und die Digitalisierung in der Finanzgerichtsbarkeit weiter vorantreiben.“

 

Quelle: Finanzgericht Münster, Mitteilung vom 01.03.2017

Weiterlesen
in Steuerberater 139 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Finanzausschuss des Bundesrates stimmt für nationale Lizenzschranke

Der Finanzausschuss des Bundesrates hat am 23.02.2017 für einen Gesetzentwurf der Bundesregierung - der unter anderem die Einführung einer nationalen Lizenzschranke vorsieht - gestimmt. "Internationale Konzerne nutzen häufig die unterschiedlichen steuerlichen Vorschriften und Steuersätze in verschiedenen Staaten, um Gewinne dort anfallen zu lassen, wo sie möglichst niedrig besteuert werden. Mit der Entscheidung des Finanzausschusses des Bundesrates sind wir in Deutschland auf unserem Weg hin zu einer wirksamen Gesetzgebung gegen Steuerflucht einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Der Steuertourismus internationaler Großkonzerne muss endlich beendet werden. Wir müssen ihn wortwörtlich in die Schranken weisen. Deshalb begrüße ich die heutige Entscheidung außerordentlich." Das sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer am Rande der Sitzung in Berlin.

Zu den Steuergestaltungspraktiken international operierender Unternehmen:

Patente, Lizenzen, Konzessionen oder Markenrechte: Sie spielen bei den Steuergestaltungspraktiken international operierender Unternehmen vielfach eine wichtige Rolle. Denn sie lassen sich besonders einfach auf andere Rechtsträger und über Staatsgrenzen hinweg übertragen. Hinzu kommt, dass zahlreiche Staaten in Europa besondere Steuerregeln geschaffen haben, die es den Unternehmen ermöglichen, Lizenzeinnahmen besonders niedrig zu besteuern. Man spricht hier von sog. Patent- oder Lizenzboxen. "Patente werden dort gehalten, wo die Besteuerung am niedrigsten ist. Steuern werden also nicht dort gezahlt, wo Forschung, Entwicklung oder Produktion geleistet werden. Das ärgert mich seit langem, denn uns entgehen dadurch nicht nur Steuereinnahmen in beträchtlicher Höhe. Es ist auch ungerecht und unfairer Wettbewerb, denn die vielen Klein- und Mittelbetriebe in Deutschland können diese Tricks internationaler Konzerne nicht anwenden und zahlen die höhere Steuerlast in Deutschland", erklärte der Finanzminister.

"Zwar hat man sich auf Ebene der EU und der OECD auf Maßnahmen geeinigt, die diesen Praktiken zukünftig den Garaus machen sollen, doch diese greifen für bestehende Systeme erst ab Sommer 2021", berichte Dr. Thomas Schäfer. Schäfer sagte weiter:

Ergänzende nationale Abwehrmaßnahmen nötig

"Deshalb weist die Hessische Landesregierung schon seit längerer Zeit darauf hin, dass diese großzügigen Übergangsregeln einen wirksamen und schnellen Erfolg gegen Gewinnverlagerungen mithilfe von Lizenzzahlungen verhindern und es daher ergänzender nationaler Abwehrmaßnahmen bedarf."

So hat Hessen bereits im Sommer 2015 eine Bundesratsinitiative eingebracht, die die Einführung einer nationalen Lizenzschranke im Kampf gegen Steuerschlupflöcher vorsieht. Darüber hinaus hat Hessen im Sommer 2016 erfolgreich seinen Einfluss über die Finanzministerkonferenz (FMK) geltend gemacht. Ende Juni hat sich die FMK für eine Lizenzschranke ausgesprochen und die Bundesregierung aufgefordert, tätig zu werden. Das Ergebnis ist der vor kurzem von der Bundesregierung beschlossene Gesetzentwurf: Dieser nimmt Lizenzzahlungen in den Blick, die von Deutschland aus ins Ausland geleistet werden und dort im Rahmen einer Patent- oder Lizenzbox niedrig besteuert werden. Entspricht die Box nicht oder noch nicht den Vorgaben der internationalen Einigung, greift die nationale Lizenzschranke. Im Ergebnis wird dann staatenübergreifend eine Steuerbelastung von 25 % sichergestellt.

Unnachgiebige Überzeugungsarbeit Hessens

"Es hat einige Zeit gedauert, bis sowohl der Bund als auch die Mehrheit der Bundesländer von der Notwendigkeit einer nationalen Lizenzschranke überzeugt waren. Wenn wir jetzt die erforderlichen Mehrheiten hierfür hinbekommen, ist das auch der unnachgiebigen Überzeugungsarbeit Hessens geschuldet. Dieser Gesetzentwurf geht in die richtige Richtung. Doch ich wünsche mir neben einer nationalen Lizenzschranke auch eine verbesserte Forschungsförderung", betonte Finanzminister Thomas Schäfer.

Die neuen Regelungen, die auf EU-Ebene und Ebene der OECD-Staaten spätestens ab Sommer 2021 greifen, fordern, dass zukünftig in den "Patentbox-Staaten" auch tatsächlich Forschung und Entwicklung stattfindet. Dies birgt nach Ansicht Hessens die Gefahr, dass Forschungs- und Entwicklungstätigkeit auch aus Deutschland in diese Staaten verlagert wird. "Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass der Finanzausschuss heute zudem für einen Entschließungsantrag, der eine stärkere Forschungsförderung in Deutschland zum Ziel hat, stimmte. Es geht darum die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Deutschlands aufrechtzuerhalten. Das ist fundamental wichtig für die Unternehmen in unserem Land", so Dr. Thomas Schäfer abschließend.

 

Quelle: Finanzministerium Hessen, Mitteilung vom 23.02.2017

Weiterlesen
in Steuerberater 161 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat mit Urteil vom 22. Juli 2016 (Az. 13 K 65/16) eine Klage mangels feststellbarer Prozessfähigkeit des Klägers als unzulässig abgewiesen.

Der Kläger hatte neben zahlreichen Verfahren beim Finanzgericht 160 Verfahren beim Sozialgericht, 170 Verfahren beim Verwaltungsgericht und 96 Verfahren bei Amts- und Landgerichten geführt. Auch wegen der Aggressivität, mit der die Verfahren geführt wurden, ergaben sich durchgreifende Bedenken an der Prozessfähigkeit des Klägers. Zur Feststellung seiner Prozessfähigkeit hielt das Gericht daher eine psychologische Begutachtung des Klägers durch einen Sachverständigen für erforderlich. Nachdem der Kläger das Schreiben mit der Bitte um Zustimmung und Mitwirkung an seiner Begutachtung unbeantwortet gelassen hatte, wies das Finanzgericht die wegen Kraftfahrzeugsteuer erhobene Klage als unzulässig ab.

Aufgrund der bisherigen Prozessaktivitäten des Klägers bestünden durchgreifende und mangels seiner Mitwirkung nicht ausgeräumte Bedenken an seiner Prozessfähigkeit. Gegen seine Prozessfähigkeit spreche nicht nur das bisherige Prozessverhalten mit einer kaum zu überschauenden Flut an Klagen und Anträgen vor vielen deutschen Gerichten, sondern auch die Art und Weise, wie er die Verfahren führe. Der Kläger splitte seine Prozessführung in eine Vielzahl nicht sachdienlicher Handlungen auf und habe offenkundig jeden Überblick über seine Verfahren verloren.

Da das Gericht keine Anhaltspunkte für die Prozessfähigkeit des Klägers habe und diese mangels seiner Mitwirkungsbereitschaft auch nicht positiv feststellen könne, müsse aufgrund der Vielzahl der beim Kläger offen zu Tage scheinenden Symptome von einer krankhaften Form der Querulanz und mithin Prozessunfähigkeit ausgegangen werden.

 

Quelle: Finanzgericht Baden-Württemberg, Mitteilung vom 23.02.2017

Weiterlesen
Markiert in: 2017 Aktuelles
in Steuerberater 154 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Für Personenkraftwagen der Euro-6-Emissionsklasse soll die Kraftfahrzeugsteuer gesenkt werden. Dies sieht der von der Bundesregierung eingebrachte Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Zweiten Verkehrssteueränderungsgesetzes (18/11235) vor.

Mit den höheren Steuerentlastungsbeträgen, deren Volumen mit 100 Mio. Euro angegeben wird, solle der ökologische Anreiz für Fahrzeuge dieser Emissionsklasse verstärkt werden. Die Kosten sollen aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur voll kompensiert werden. Mit den Anpassung der Regelungen soll außerdem den Bedenken der EU-Kommission gegen die Einführung einer Infrastrukturabgabe, mit der von der steuerfinanzierten zur nutzerfinanzierten Infrastruktur übergegangen werden soll, Rechnung getragen werden. Mit den Anpassungen könne das von der EU-Kommission eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren beendet werden.

 

Quelle: Deutscher Bundestag, hib-Nr. 110/2017

Weiterlesen
Markiert in: 2017 Aktuelles Kfz Nutzung
in Steuerberater 175 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Mit zwei Urteilen vom 24. November 2016 (Az. 3 K 1627/15 Erb und 3 K 1628/15 Erb) hat der 3. Senat des Finanzgerichts Münster entschieden, dass in die Berechnung des Zinslaufs für Hinterziehungszinsen bei der Schenkungsteuer neben den Anzeige- und Erklärungsfristen die durchschnittliche Bearbeitungsdauer einzubeziehen sei.

Die Kläger der beiden Verfahren sind Eheleute, denen die Mutter der Klägerin eine in der Schweiz belegene Immobilie sowie Guthaben auf Schweizer Konten geschenkt hatte. Da die Kläger die Schenkungen zunächst nicht beim Finanzamt angezeigt hatten, erfolgte die Festsetzung der Schenkungsteuer erst aufgrund einer mehrere Jahre später erfolgten Selbstanzeige. Das Finanzamt setzte ferner Hinterziehungszinsen fest, die es zunächst ab dem Ablauf des sechsten Monats nach den Schenkungen berechnete.

Im Klageverfahren änderte das Finanzamt die Zinsbescheide nach Erörterung der Sach- und Rechtslage mit dem Gericht dahingehend, dass es von einem nunmehr erst nach elf Monaten beginnenden Zinslauf ausging. Hierbei berücksichtigte es die Anzeigefrist von drei Monaten und die sich aus dem Controlling-Bericht des Finanzamts ergebende durchschnittliche Bearbeitungszeit von acht Monaten. Den Beginn dieses Zinslaufs hielten die Kläger weiterhin für zu früh und wiesen darauf hin, dass das Finanzamt mehr als drei Jahre für die Bearbeitung ihrer Schenkungsteuererklärungen benötigt habe. Auf die durchschnittliche Bearbeitungszeit dürfe nicht abgestellt werden.

Das Gericht gab den Klagen insoweit statt, als der Zinslauf erst nach zwölf Monaten beginne. Hinterziehungszinsen seien ab dem Zeitpunkt des Eintritts der Steuerverkürzung zu berechnen. Bei der Schenkungsteuer sei - anders als bei anderen Veranlagungssteuern - der Zeitpunkt maßgeblich, in dem die Veranlagung dem Steuerpflichtigen bei rechtzeitiger Anzeige der Schenkung frühestens bekannt gegeben worden wäre. Hierbei sei neben der dreimonatigen Anzeigefrist auch zu berücksichtigen, dass das Finanzamt nach der Anzeige eine Schenkungsteuererklärung anfordere und hierfür eine Frist von einem weiteren Monat setze. Erst danach könne mit den Veranlagungsarbeiten begonnen werden. Die Dauer der Veranlagungsarbeiten sei mit der vom Finanzamt ermittelten durchschnittlichen Bearbeitungszeit für Schenkungsteuererklärungen von acht Monaten anzusetzen.

Der Senat folgte nicht der Auffassung des Bundesgerichtshofs, der für Strafverfahren unter Hinweis auf die Möglichkeit einer Aufforderung zur Selbstberechnung der Steuer lediglich von einer Bearbeitungszeit von einem Monat ausgehe. Von dieser Möglichkeit machten die Finanzämter, für die das Finanzgericht Münster zuständig sei, üblicherweise keinen Gebrauch. Die längere Bearbeitungsdauer im Streitfall sei allerdings ebenfalls für die Berechnung des Zinslaufs ohne Bedeutung.

Der Senat hat die Revision zugelassen.

 

Quelle: Finanzgericht Münster, Mitteilung vom 15.02.2017 zu den Urteilen 3 K 1627/15 und 3 K 1628/15 vom 24.11.2016

Weiterlesen
Markiert in: 2017 Schenkungssteuer
in Steuerberater 140 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Sehr geehrte Damen und Herren,


unsere Beratungstage für Gründerinnen und Gründer 2017 wurden terminiert (29.März; 28.Juni; 27. Septmeber). An diesen Tagen bieten wir Ihnen eine kostenlose 30-minütige Beratung für Gründer oder die, die es werden wollen, an. In diesem Termin können wir Ihnen Ihre Fragen bezüglich der folgenden Punkte beantworten:

- Geschäftsidee und deren Verwirklichung
- Unternehmertum und Unternehmereigenschaften
- Rechtsformberatung
- Finanzierung und Fördermittel
- Grundlagen der Rechnungslegung
- Businessplanerstellung inkl. Liquiditäts- und Investitionsplanung

Die Veranstaltung wird durch Frau Steuerberaterin Neschenz aus Aschaffenburg geleitet. Frau Neschenz ist auch als Expertin für Gründung bei der bundesweiten Gründerinnenagentur (bga) und bei der Kfw Gründerbörse gelistet.

Ihre Anmeldung kann:
(1) Telefonisch 06021-456700 oder
(2) per Mail info@leiblein-stb.de oder
(3) unter: http://steuerberaterin-aschaffenburg.de/Veranstaltungen
erfolgen.

 

Wir freuen uns auf Ihr kommen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Leiblein Steuerberatungsgesellschaft mbH

Weiterlesen
in Steuerberater 98 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Die Ausrichtung einer Geburtstagsfeier ist als privat anzuerkennen, denn sie dient in erster Linie der gesellschaftlichen Darstellung des Jubilars. Eine Absetzung in Form von Werbungskosten oder Betriebsaufwendungen scheidet aus diesem Grund regelmäßig aus.

Mit einem Urteil (Aktenzeichen VI R 7/16) hat der Bundesfinanzhof festgelegt, dass die beruflichen oder betrieblichen Motive den privaten Veranlassungszusammenhang durchaus überlagern können.

Dies ist der Fall, wenn

  • nicht nur ausgewählte, sondern sämtliche Mitarbeiter bzw. Kollegen und keine nicht betriebszugehörigen Personen eingeladen sind,
  • der Arbeitgeber die Feierlichkeiten billigt, in die Organisation eingebunden ist und damit mittelbar Aufwendungen trägt,
  • die Kosten pro Gast maßvoll ausfallen (ca. 35 Euro),
  • sich der Veranstaltungsort auf dem Betriebsgelände befindet,
  • die Gäste in Arbeitskleidung erscheinen dürfen,
  • die Feierlichkeiten während der Arbeitszeit stattfinden und
  • der Jubilar darüber hinaus auch im privaten Rahmen feiert.

Dieses Ergebnis ist positiv zu bewerten, da viele Mitarbeiter oder Eigentümer von kleinen und mittleren Unternehmen zur Stärkung des kollegialen Miteinanders sowie zum Dank und zur Anerkennung der Belegschaft ihre Geburtstage auch im betrieblichen Rahmen feiern. Für die Praxis ist allerdings Vorsicht geboten, da die Kriterien genau einzuhalten und durch geeignete Unterlagen nachzuweisen sind.

 

Quelle: Bundesfinanzhof, Urteil vom 10.11.2016

Nachzulesen auch auf: http://juris.bundesfinanzhof.de/cgi-bin/rechtsprechung/druckvorschau.py?Gericht=bfh&Art=en&nr=34102

Weiterlesen
in Steuerberater 128 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Warnung!

Aktuell versuchen Betrüger, per E-Mail an Konto- und Kreditkarteninformationen von Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zu gelangen.

Sie geben sich per E-Mail als "Bundeszentralamt für Steuern" aus und behaupten, die betroffenen Bürger hätten Anspruch auf eine Steuerrückerstattung. Um diese zu erhalten, müsse ein in der E-Mail verlinktes Formular ausgefüllt werden.

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) warnt davor, auf solche oder ähnliche E-Mails zu reagieren, da Aufforderungen zur Beantragung von Steuererstattungen nicht per E-Mail verschickt und Kontenverbindungen nie in dieser Form abgefragt werden.

BZSt, Mitteilung vom 26.01.2017

Weiterlesen
in Aktuelles 179 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Ort der Lieferung bei Versendung über Konsignationslager

 

Für die Lieferortbestimmung nach § 3 Abs. 6 UStG muss der Abnehmer bereits bei Beginn der Versendung feststehen. Eine Versendungslieferung kann dann auch vorliegen, wenn der Liefergegenstand nach dem Beginn der Versendung für kurze Zeit in einem Auslieferungslager gelagert wird.

Quelle: BFH, Urteil V R 31/15 vom 20.10.2016

 

Weiterlesen
in Umsatzsteuer 228 0
Bewerte diesen Beitrag:
0

Die Beteiligten stritten um die Gewerbesteuerpflicht.

 
Die Klägerin arbeitete nach Ausbildung zur Bürokauffrau und zweijähriger höherer Handelsschule 16 Jahre lang für eine Krankenkasse im Bereich der Altersversorgung. 
 
Ab dem Jahr 2000 war sie als Referentin und Spezialistin in den Rechtsgebieten "Gesetzliche Rentenversicherung" und "Versorgungsausgleichsrecht" nichtselbständig tätig. 
Im Jahr 2004 erhielt sie die Erlaubnis zur Besorgung fremder Rechtsangelegenheiten im Sachbereich eines Rentenberaters. Im Jahr 2005 wurde die Klägerin zum mündlichen Verhandeln vor den Sozialgerichten
und dem Landessozialgericht zugelassen.
 
Seit dem Jahr 2009 ist die Klägerin selbständig tätig. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit liegt im Versorgungsausgleichsrecht. Die Klägerin erklärte ihre Einkünfte als solche aus freiberuflicher Tätigkeit. 
Hingegen setzte das beklagte Finanzamt einen Gewerbesteuermessbetrag fest.
 
Die Klage, mit der sich die Klägerin auf die Vergleichbarkeit ihrer Tätigkeit mit der eines Steuerberaters berufen hatte, blieb ohne Erfolg. 
 
Nach Ansicht des Finanzgerichts Düsseldorf erzielt die Klägerin keine Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit, da sie keinen Beruf ausübt, der dem Katalogberuf des Rechtsanwalts, Steuerberaters
oder Steuerbevollmächtigten ähnlich ist.
 
Der Beruf des Rentenberaters sei mit dem Beruf des Rechtsanwalts im Hinblick auf die Ausbildung nicht vergleichbar. 
 
Während das rechtswissenschaftliche Studium verschiedene Kernbereiche umfasse, sei die Ausbildung der Klägerin durch eine hochgradige Spezialisierung gekennzeichnet. 
Die Klägerin dürfe nur in einem eng begrenzten Aufgabengebiet tätig werden.
 
Zudem sei der Beruf des Rentenberaters nicht dem des Steuerberaters oder -bevollmächtigten ähnlich, da eine nennenswerte fachliche Überschneidung bzw. Aufgabennähe fehle. 
 
Bei der Rentenberatung handele es sich nicht um eine der Steuerberatung ähnliche Spezialisierung, sondern um eine andere Spezialisierung innerhalb der rechtsberatenden Berufe, 
mithin um ein eigenständiges verselbständigtes Berufsbild, das nicht den Katalogberufen zuzurechnen oder als ähnlicher Beruf anzusehen sei.
 
Schließlich liege auch keine sonstige selbständige Tätigkeit vor. 
Der Beruf des Rentenberaters sei den im Gesetz aufgeführten Regelbeispielen (Testamentsvollstreckung, Vermögensverwaltung und Aufsichtsratstätigkeit) nicht ähnlich.
 
Das Finanzgericht hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen. Quelle FG Düsseldorf
Weiterlesen
in Steuerberater 226 0
Bewerte diesen Beitrag:

Abgabefrist für Steuererklärungen 2016 und Fristverlängerung

 

Vorbemerkung

§§ 109 und 149 der Abgabenordnung (AO) in der Fassung des Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens (StModernG) vom 18. Juli 2016 (BGBl. I S. 1679) sind zwar am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Die neuen Regelungen sind allerdings erstmals anzuwenden für Besteuerungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2017 beginnen, und Besteuerungszeitpunkte, die nach dem 31. Dezember 2017 liegen (Art. 97 § 10a Abs. 4 Satz 1 des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung (EGAO) i. d. F. des StModernG). Für Besteuerungszeiträume, die vor dem 1. Januar 2018 beginnen, und Besteuerungszeitpunkte, die vor dem 1. Januar 2018 liegen, sind daher weiterhin §§ 109 und 149 AO in der am 31. Dezember 2016 geltenden Fassung anzuwenden.

I. Abgabefrist für Steuererklärungen

(1) Für das Kalenderjahr 2016 sind die Erklärungen ◾zur Einkommensteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten sowie zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Grundlagen für die Einkommensbesteuerung sowie zur gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags -, ◾zur Körperschaftsteuer - einschließlich der Erklärungen zu gesonderten Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen, die in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuerveranlagung durchzuführen sind, sowie für die Zerlegung der Körperschaftsteuer -, ◾zur Gewerbesteuer - einschließlich der Erklärungen zur gesonderten Feststellung des vortragsfähigen Gewerbeverlustes und zur gesonderten Feststellung des Zuwendungsvortrags sowie für die Zerlegung des Steuermessbetrags -, ◾zur Umsatzsteuer sowie ◾zur gesonderten oder zur gesonderten und einheitlichen Feststellung nach § 18 des Außensteuergesetzes

nach § 149 Abs. 2 AO (in der für den Besteuerungszeitraum 2016 anzuwendenden Fassung)

bis zum 31. Mai 2017

bei den Finanzämtern abzugeben.

(2) Bei Steuerpflichtigen, die den Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln, endet die Frist nicht vor Ablauf des fünften Monats, der auf den Schluss des Wirtschaftsjahres 2016/2017 folgt.

II. Fristverlängerung

(1) Sofern die vorbezeichneten Steuererklärungen durch Personen, Gesellschaften, Verbände, Vereinigungen, Behörden oder Körperschaften im Sinne der §§ 3 und 4 StBerG angefertigt werden, wird vorbehaltlich des Abs. 2 die Frist nach § 109 AO (in der für den Besteuerungszeitraum 2016 anzuwendenden Fassung) allgemein

bis zum 31. Dezember 2017

verlängert. Bei Steuererklärungen für Steuerpflichtige, die den Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft nach einem vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahr ermitteln (Abschnitt I Abs. 2), tritt an die Stelle des 31. Dezember 2017 der 31. Mai 2018.

(2) Es bleibt den Finanzämtern vorbehalten, Erklärungen mit angemessener Frist für einen Zeitpunkt vor Ablauf der allgemein verlängerten Frist anzufordern. Von dieser Möglichkeit soll insbesondere Gebrauch gemacht werden, wenn ◾für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum die erforderlichen Erklärungen verspätet oder nicht abgegeben wurden, ◾für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum kurz vor Abgabe der Erklärung bzw. vor dem Ende der Karenzzeit nach § 233a Abs. 2 Satz 1 AO nachträgliche Vorauszahlungen festgesetzt wurden, ◾sich aus der Veranlagung für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum eine hohe Abschlusszahlung ergeben hat, ◾hohe Abschlusszahlungen erwartet werden, ◾für Beteiligte an Gesellschaften und Gemeinschaften Verluste festzustellen sind oder ◾die Arbeitslage der Finanzämter es erfordert.

Im Übrigen wird davon ausgegangen, dass die Erklärungen laufend fertig gestellt und unverzüglich eingereicht werden.

(3) Aufgrund begründeter Einzelanträge kann die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen bis zum 28. Februar 2018 bzw. in den Fällen des Abschnitts I Abs. 2 bis zum 31. Juli 2018 verlängert werden. Eine weitergehende Fristverlängerung kommt grundsätzlich nicht in Betracht.

(4) Die allgemeine Fristverlängerung gilt nicht für Anträge auf Steuervergütungen. Sie gilt auch nicht für die Abgabe von Umsatzsteuererklärungen, wenn die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit mit Ablauf des 31. Dezember 2016 endete. Hat die gewerbliche oder berufliche Tätigkeit vor dem 31. Dezember 2016 geendet, ist die Umsatzsteuererklärung für das Kalenderjahr einen Monat nach Beendigung der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit abzugeben (§ 18 Abs. 3 Satz 2 i. V. m. § 16 Abs. 3 des Umsatzsteuergesetzes).

Diese Erlasse ergehen im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen.

Quelle: BMF

Weiterlesen
in Aktuelles 280 0
Bewerte diesen Beitrag:

Kirchensteuer auf tariflich besteuerte Kapitalerträge als Sonderausgabe abzugsfähig

Der Kläger erhielt im Jahr 2014 eine Gewinnausschüttung der A GmbH. Neben Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag führte die GmbH auch römisch-katholische Kirchensteuer ab. Die Ausschüttung, die dem sog. Teileinkünfteverfahren unterliegt, führt aufgrund einer sog. Betriebsaufspaltung zu gewerblichen Einkünften des Klägers.

In der Einkommensteuererklärung für 2014 machte der Kläger die abgeführte Kirchensteuer als Sonderausgabe geltend. Dies erkannte das beklagte Finanzamt nicht an. Dagegen wandte sich der Kläger mit der Begründung, die Einkünfte aus der Ausschüttung stellten keine privaten Kapitaleinnahmen dar.

Das Finanzgericht Düsseldorf ist dem Vorbringen des Klägers gefolgt und hat den Abzug der abgeführten Kirchensteuer als Sonderausgabe zugelassen. Gezahlte Kirchensteuer sei grundsätzlich als Sonderausgabe zu berücksichtigen. Etwas anderes gelte nur, soweit die Kirchensteuer als Zuschlag zur Kapitalertragsteuer oder als Zuschlag auf die nach dem Abgeltungsteuertarif ermittelte Einkommensteuer gezahlt werde.

Entgegen der Ansicht des Beklagten greife die Einschränkung des Sonderausgabenabzugs im Streitfall nicht ein. Denn sie diene der Vermeidung einer Doppelbegünstigung nach Einführung der Abgeltungsteuer. Die erhobene Kirchensteuer werde bereits bei der Ermittlung der Höhe der Abgeltungsteuer berücksichtigt und könne daher nicht - ein zweites Mal - im Wege des Sonderausgabenabzugs berücksichtigt werden.

Dagegen verbleibe es im Fall einer "Normalveranlagung" beim Sonderausgabenabzug, da anderenfalls durch den Wegfall des Sonderausgabenabzugs trotz voller Besteuerung eine Doppelbelastung eintreten würde. Die auf regulär tariflich besteuerte Kapitalerträge entfallende Kirchensteuer dürfe als Sonderausgabe abgezogen werden. Dementsprechend sei ein Abzug bei den vorliegenden gewerblichen Kapitaleinkünften, die nicht der Abgeltungsteuer unterlägen, anzunehmen.

Quelle: FG Düsseldorf, Newsletter Januar 2017

FG Düsseldorf, Mitteilung vom 09.01.2017 zum Urteil 15 K 1640/16 vom 16.11.2016

Weiterlesen
in Allgemeines 228 0
Bewerte diesen Beitrag:
Im EU-Ausland niedergelassene Steuerberatungsgesellschaften können unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt sein, für inländische Steuerpflichtige steuerberatend tätig zu werden, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 19. Oktober 2016 II R 44/12 entschieden hat.
 
Dem liegt ein vom BFH im Wege des Vorabentscheidungsersuchens ergangenes Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) zugrunde 
(EuGH-Urteil vom 17. Dezember 2015 C-342/14, X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827).
 
Im Streitfall hatte das Finanzamt (FA) eine Steuerberatungsgesellschaft mit Sitz in Großbritannien und einer Niederlassung in den Niederlanden als Bevollmächtigte zurückgewiesen, weil sie eine Umsatzsteuererklärung für eine inländische GmbH erstellt und an das FA übermittelt hatte. 
 
Die ausländische Gesellschaft ist in Deutschland nicht als Steuerberatungsgesellschaft anerkannt. Die Klage blieb ohne Erfolg.
 
Der BFH hob die Vorentscheidung auf und verwies den Rechtsstreit an das Finanzgericht (FG) zurück.
 
Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass die Steuerberatungsgesellschaft zum Zeitpunkt der Zurückweisung nach nationalem Recht nicht zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen befugt war.
 
Nach dem Urteil des BFH kann sich die Steuerberatungsgesellschaft aber unter bestimmten Voraussetzungen auf die unionsrechtlich verbürgte Dienstleistungsfreiheit berufen.
 
Liegt im EU-Ausland keine dem deutschen Steuerberatungsgesetz entsprechende Reglementierung vor,
kommt es darauf an, dass zumindest eine nachhaltige Berufsausübung gegeben ist. Letzteres erfordert, 
dass in den letzten zehn Jahren mindestens zwei Jahre lang eine steuerberatende Tätigkeit im Ausland ausgeübt wurde. 
 
Zudem muss ein Berufshaftpflichtschutz vorliegen. 
Hierzu hat das FG im zweiten Rechtsgang weitere Feststellungen zu treffen. 
 
Das FG hat dabei auch zu prüfen, ob die Klägerin aufgrund einer im Inland unterhaltenen geschäftlichen Präsenz in den Anwendungsbereich der unionsrechtlichen Niederlassungsfreiheit fällt und damit den deutschen Vorschriften zur Berufsausübung unterliegt.
 
 
Bundesfinanzhof, II-R-44/12
 
Pressemitteilung vom 07.12.2016
Weiterlesen
in Steuerberater 307 0
Bewerte diesen Beitrag:

Auszahlung Urlaubs-/Kranktage: Durchschnittsspeicher muss bezahlte SFN-Zuschläge enthalten

Sehr geehrte Damen und Herrn,

bei Ihnen fallen regelmäßig Sonn-Feiertags- und Nachtzuschläge (SFN-Zuschläge) an. Bei der Berechnung von Urlaubsentgelt und bei Lohnfortzahlungen sind diese Zuschläge ebenfalls zu berücksichtigen.

SFN-Zuschläge müssen lt. BUrlG § 11 im Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen enthalten sein.

Richten Sie in Ihrem Lohnabrechnungsprogramm den Durchschnittsspeicher ein, damit Ihnen je-derzeit die für die Auszahlung von Urlaubsentgelt und Lohnfortzahlungen benötigten Durch-schnittswerte zur Verfügung stehen.

Sofern Sie bereits mit einem Durchschnittsspeicher arbeiten, prüfen Sie, ob Ihre Lohnarten für die SFN-Zuschläge ebenfalls in den für Urlaubsentgelt und Lohnfortzahlung zugrunde liegenden Durchschnittsspeicher einfließen.

Weitere Informationen finden Sie für Lohn und Gehalt im Dok.Nr. 5303234 / für LODAS im Dok.Nr. 5303233 LEXinform/Info-Datenbank pro. Wir unterstützen Sie gerne bei der Einrichtung und Ergänzung des Durchschnittsspeichers.

Mit freundlichen Grüßen

Leiblein Steuerberatungsgesellschaft

Quelle: Datev - Gerne unterstützen wie Sie bei Ihren Lohn- und Gehaltsabrechnungen

Weiterlesen
Markiert in: 2015 Lohnabrechnung SFN
in Lohnabrechnung 323 0
Bewerte diesen Beitrag:

BFH zur Erneuerung einer Einbauküche: Aufwendungen nicht sofort abziehbar

Die Aufwendungen für die komplette Erneuerung einer Einbauküche (Spüle, Herd, Einbaumöbel und Elektrogeräte) in einem vermieteten Immobilienobjekt sind nicht sofort als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 3. August 2016 IX R 14/15 entschieden hat, müssen sie vielmehr über einen Zeitraum von zehn Jahren im Wege der Absetzungen für Abnutzung (AfA) abgeschrieben werden.

Im Streitfall hatte der Kläger Einbauküchen in mehreren ihm gehörenden Mietobjekten entfernt und durch neue ersetzt. Er vertrat die Auffassung, dass die hierfür entstandenen Aufwendungen als sog. "Erhaltungsaufwand" sofort abziehbar seien. Das Finanzamt (FA) ließ lediglich die Kosten für den Einbau von Herd und Spüle sowie für solche Elektrogeräte, deren Gesamtkosten die Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (410 Euro) nicht überstiegen, zum sofortigen Abzug zu; die Aufwendungen für die Einbaumöbel verteilte das FA auf die voraussichtliche Nutzungsdauer von zehn Jahren. Das Finanzgericht wies die hiergegen gerichtete Klage als unbegründet ab.

Der BFH bestätigte die Klageabweisung unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung. Die Neubeurteilung beruht maßgeblich auf einem geänderten Verständnis zum Begriff der wesentlichen Bestandteile bei Wohngebäuden. Hierzu gehören die Gegenstände, ohne die das Wohngebäude "unfertig" ist. Der BFH hatte bislang die Auffassung vertreten, dass die in einer Einbauküche verbaute Spüle als Gebäudebestandteil anzusehen ist und dass dies nach Maßgabe regional ggf. unterschiedlicher Verkehrsauffassung auch für den Küchenherd gilt. Danach waren Aufwendungen für die Erneuerung dieser Gegenstände als Erhaltungsaufwand sofort abziehbar.

BFH, Pressemitteilung Nr. 74/16 vom 07.12.2016 zum Urteil IX R 14/15 vom 03.08.2016

Weiterlesen
in Aktuelles 281 0
Bewerte diesen Beitrag:

Änderung zum 01.01.2017 – Bereich Pflege

 
Zum 01.01.2017 kommt es zu der größten Pflegereform aller Zeiten. Die bekannten „Pflegestufen“ mit den Nummer 0, 1, 2 und 3 werden ab 2017 von den sogenannten „Pflegegraden“ abgelöst.
 
Hintergrund der Reform ist, dass z.B. demezkranke Ältere die gleichen Pflegeleistungen zugesichert bekommen wie körperliche Pflegebedürftige.
 
Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz wie Demenzkranke, längerfristig psychisch Erkrankte oder geistig Behinderte werden nach ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit in Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 eingestuft und erhalten die daraus entsprechenden Leistungen aus der Pflegeversicherung. 
 
Der Pflegegrad wird mit Hilfe des neuen Prüfverfahrens NBA („Neues Begutachtungsassessment“) festgestellt. Hierbei werden Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung neuen Antragsteller anhand eines Fragekatalogs auf ihre noch vorhandene Selbstständigkeit hin prüfen und den Pflegegrad bestimmen.
 
Menschen, die bereits vor 2017 eine anerkannte Pflegestufe erlangt haben, werden ohne erneutes Prüfverfahren in den jeweiligen Pflegegrad eingestuft. 
 
Für uns als Steuerberater von Pflegediensten gibt es viele Besonderheiten, die bei der Buchführung beachtet werden müssen. So gibt es zum Beispiel den speziell für Pflegeeinrichtungen gültigen Kontenrahmen (SKR 45), welcher Konten speziell für die Pflegebranche beinhaltet. Durch die Pflegereform gibt es auch für uns einige Änderungen, die wir beachten müssen. Die Erträge sind, wie bisher, auf die vorgegeben Konten zu verbuchen (Bsp.: #4000: Ertrag ambulant Stufe 1 durch die Pflegekasse gezahlt). Die Konten wurden  der Reform angepasst, sodass die Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt wurden (Bsp.: #4000: Ertrag ambulant Pflegegrad 1 durch die Pflegekasse gezahlt). Desweiteren wurde der Kontenrahmen in anderen Bereich wie „Lohn und Gehalt“ erweitert. Die Buchführung basiert auf der Pflege-Buchführungs-Verordnung.
ico pdf
1ico pdf
Weiterlesen
in Aktuelles 650 0
Bewerte diesen Beitrag: